Botswana, Kalahari Sonne und Sand

Ein Tag in der Kalahari...
43 Grad. Die Beine kurbeln auf und ab. Wie aufgezogen. Besessen. Im Rausch. Im Wahn. Rückenwind. Ich fliege. Weiter. Immer weiter.
45 Grad. Die Luft flimmert. Blau der Himmel. Rot der Sand. Ich seh nach vorn, ich seh zurück. Aber da ist nichts. Nichts außer einer unendlichen Weite. Und ein Hauch ICH. An der Grenze.
47 Grad. Durst. Viel Durst. Die Geier fangen an zu tanzen. Gegenwind. Die Welt dreht sich mit 17 Km/h. Irgendwo Löwen. Sie brüllen nicht, sie grollen: „An dem ist nichts dran, den lassen wir fahr'n“.
49 Grad. Die Hitze bringt das Hirn zum Kochen. Der Wind pustet das Chaos in die Wüste. Die Nase läuft, die Augen tränen. In den Ohren vögeln die Fliegen. Nichts geht mehr. Nur das Herz funktioniert noch. Bumm-bumm. Bumm-bumm.
51 Grad. Freiheit. Es ist angerichtet. Die Straße führt an den Abgrund. Mich hält nichts mehr auf. Ich hör die Frösche rufen. Falle. Lache. Die Kamele greifen zu ihren Handys: „Der Irre ist grad vorbei“.
53 Grad. Ich reiße den Arm hoch. Balle die Faust. Schreie: „Ja-aaaaah“. Halte die nasse Mütze in den Wind. Schweiß ist Wasser. Nur salzig. Das Leben ist herrlich. Nur endlich. Zeit, Abschied zu nehmen. Adieu zu sagen. Schön war's.
...ein Tag in der Kalahari.

|